Historisches über die Handballabteilung des TSV Gaiberg

 

Feldhandballer in den 50er Jahren.

 

Liest man in der Vereins-Chronik und sucht etwas über die Handballer vor 1940, finden sich nur wenige Aufzeichnungen oder Bildmaterial.

Aber es gab sie schon, die Handballer: Von 1932 existiert eine Aufnahme, auf der eine komplette Mannschaft zu sehen ist.

Um so schöner ist es, einen Zeitzeugen zu haben - wenn auch damals noch sehr jung - der über diese Zeit sehr viel erzählen kann

Georg Hornberger erinnert sich noch an viele Einzelheiten.

"Einen Sportplatz", erzählt er, "gab es damals auf dem ehemaligen Schöps-Firmengelände. Eine Wiese mit enormen Gefälle diente als Spielfeld."

Der TSV war dem Elsenz-Kreis angeschlossen. Fahrten bis nach Richen oder Malsch wurden ganz unterschiedlich bewältigt.

Mit Fahrrädern, Pritschenwagen oder Bus (wenn der damalige Spieler Otto Müller ihn organisierte) ging´s zu den Auswärtsspielen.

Die Spielregeln waren sehr einfach. Elf Mann stürmten oder verteidigten gemeinsam. Viele Tore erzielte man selten, zumal der Ball bei Regen zu einer schweren Lederkugel wurde. Trikots wurden aus eigener Tasche bezahlt.

Erwiesen ist auch, dass ein Großteil der Handballer aktive Turner waren, was beim TSV lange Tradition behielt.

 

Meisterschaftsfoto von 1976 zum Aufstieg in die 1. Hallendivision

 

Der 2. Weltkrieg beendete aber sämtliche sportliche Aktivitäten. Nachdem eine Hand voll Gaiberger Handballer ein knappes Jahr in Bammental spielten, konnte der TSV nach der schweren Zeit relativ bald eine eigene Mannschaft stellen. Im Januar 1947 wurde Emil Stahl zum Obmann gewählt.

Die krumme Spielwiese stand nicht mehr zur Verfügung, dafür wurde ein geeignetes Sportfeld bei der Gemeinde beantragt.

Schon 1951, kann man aus der Chronik entnehmen, steigen die Handballer in die Kreisklasse A auf. Die Mannschaft wurde stets verjüngt und der Spielerstamm wuchs mehr und mehr.

1957 waren bereits zwei Mannschaften gemeldet. Handball war in dieser Zeit eine aufstrebende Sportart.

Traditionell pfiff man Sonntags Nachmittags die Heimspiele der ersten Mannschaft an.

 

Die Damenmannschaft steigt 1978 in die 1. Division auf

 

Bekannt war im Kreis auch der Gaiberger Sportplatz - nun Heimat der TSVler. Bei Hitze staubte der rote Sand, bei Regen verwandelte er sich in schweren Schlamm.

Durch die Mitte des Spielfeldes floß, auch im Sommer, immer ein kleines Rinnsal. Auf eines konnten sich die Gegner aber auch immer verlassen: Die Wurfkraft der Gaiberger war für die meisten ein Albtraum.

Die AH-Handballer feierten viele Meisterschaften

 

Die nächsten Jahre im Zeitraffer.

1959 half auch die Wurfkraft nichts mehr: Abstieg in die B-Klasse.

1960 gelang aber gleich der Wiederaufstieg in die Kreisklasse A. In der Hallenrunde, ja es gab sie auch schon, gelang ebenfalls der Aufstieg von der dritten in die zweite Division.

1961 verpasste man auf dem Großfeld den Aufstieg in die Bezirksklasse, dem TV Neckargemünd unterlag man in einem Spiel mit großen Emotionen nur ganz knapp. Die Saison im Feld wurde in den nächsten Jahren mit vorderen Plätzen abgeschlossen.

1967 gelang ein zweiter Platz in der Halle, der zum Aufstieg in die 1. Division berechtigte. Ein großes Ziel war geschafft.

Der TSV konnte sich mit den besten Mannschaften im Kreis messen. Gespielt wurde in Turnierform mit zwei Spielen am Tag.

 

1976 ungeschlagener Kreismeister auf dem Großfeld

 

1970 stieg man allerdings wieder in die zweite Division ab.

1973 wurde die Damen-Abteilung gegründet. Erster Abteilungsleiter und Trainer war Albrecht Erhardt.

Auch die Jugendmannschaften spielten in dieser Zeit recht erfolgreich.

1975 gelang den Männern wiederum der Aufstieg in die höchste Kreisklasse, dies in überlegener Manier.

Das Heidelberger Tageblatt berichtete vom ältesten Team der zweiten Division, das alle Erfahrung und Kameradschaft einsetzte und völlig verdient Meister wurde.

Emotionen nur ganz knapp. Die Saison im Feld wurde in den nächsten Jahren mit vorderen Plätzen abgeschlossen.

1976 hatte sich die Damenmannschaft mit Trainer Ulrich Sulzer weiter verbessert,.die Runde wurde zum ersten Mal mit einem positiven Punktekonto abgeschlossen werden.

Im selben Jahr feierte die männliche D-Jugend mit Erich Schell die Staffelmeisterschaft.

Die 1. Männermannschaft wurde ungeschlagen Kreismeister auf dem Großfeld.

 

Diese Spieler freuten sich über viele Staffel-Meisterschaften

 

1978 feierte erneut die männliche D-Jugend die Staffel-Meisterschaft und wurde zusammen mit der Damen-Mannschaft, die den Aufstieg in die 1. Division schaffte, durch die Gemeinde geehrt.

Die Abteilung wuchs stetig. Mit drei Jugend-, zwei Herren und einer Damen-Mannschaft war der TSV 1980 in den Spielrunden gemeldet.

1981 der bislang größte Erfolg der Abteilung:

Die Damen stiegen in die Landesliga auf. Für enormen Trainingsfleiß und viel Freude an ihrem Sport wurden die Frauen mit der Meisterschaft belohnt.

Bei den Männern tat sich ebenfalls viel: Die komplette erste Mannschaft zog sich in die neu gegründete AH-Staffel zurück, die zweite Mannschaft rutschte dadurch in die zweite Division auf.

Die Jugend machte unter den beiden Trainern, Albrecht Östringer und Erich Schell weitere Fortschritte.

1982 war das Abenteuer Landesliga bei den Damen wegen Verletzungen und Schwangerschaften beendet.

Die erste Männermannschaft hatte ebenfalls ein schlechtes Jahr und stieg in die dritte Division ab.

 

Aber in den nächsten fünf Jahren kam der TSV zurück.

Die Jugendmannschaften machten große Fortschritte und erreichten unter den Trainern Erich Schell und Horst Müller Staffelmeisterschaften und sehr gute Platzierungen.

Die weibliche Jugend konnte auch die ersten Erfolge feiern.

Die Damen und Herren spielten hervorragende Runden und reisten im Sommer mit Begeisterung von Turnier zu Turnier. So erfolgreich, dass sogar ein neuer Pokalschrank benötigt wurde.

Die AH holte in dieser Zeit sechs Kreismeister-Titel. Man reiste zu Kleinfeldturnieren in ganz Nordbaden.

Nach erfolgreichen Tagen wurde in den Zelten gefeiert und gesungen, es kam oft vor, dass man mit einem Sängerchor verwechselt wurde. Manchmal allerdings wurde auch besser gesungen als gespielt.

 

Die Jugend im Jubiläumsjahr

 

Die Höhepunkte im Jahr waren die großen Turniere, die der TSV selbst veranstaltete.

Der Sportplatz war Austragungsort für den Königstuhlpokal und das Ortsturnier, bei dem manchmal bis zu 10 Mannschaften um die Ehre kämpften. Nur durch großen Einsatz der Mannschaften konnten diese Veranstaltungen bewältigt werden.

Staffelmeisterschaften und sehr gute Platzierungen.

Den fetten Jahren folgte ganz plötzlich der Abschwung. Während die Damen 1989 noch um den Aufstieg spielten, musste die Mannschaft zwei Jahre später wegen zu dünner Personaldecke aufgeben. Auch die AH-Mannschaft musste kurze Zeit später abmelden, weil verletzungsbedingte Ausfälle nicht mehr kompensiert werden konnten. Die hoffnungsvolle Jugend suchte ihre Herausforderung in anderen höherklassigen Vereinen.

Übrig blieb eine Männerschaft, die sich tapfer und erfolgreich zehn Jahre in der vierten Division behauptete und immer noch behauptet.

Auch hier ist die Spielerdecke dünn, weit und breit keine Verstärkung in Sicht.

Seit einigen Jahren betreibt man wieder Jugendarbeit.

Der Samen ist gesät - ob er aufgeht, muss abgewartet werden....

(Entnommen aus dem Vereinsbuch anlässlich des 100jährigen Bestehens vom TSV)

 


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